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Die frühgeschichtlichen Erwähnungen des Namens Benz/Penz bzw. der Penz-/Benzorte Ein Klick hierauf und es erscheint eine Karte mit den wichtigsten Daten |
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| Adelsgeschlechter der Huosi und Aribonen (Gebiet zwischen Isar, Lech, Ammer/Amper, Ilm und Paar, später Isengau und Chiemgau/alles in Oberbayern) | |||||
| 500 bis 550 |
Der Ort "Penzing" bei Landsberg am Lech soll um 500 bis 550 n.Chr. durch einen "Panzo oder Penzo" gegründet worden sein. Ausgrabungen lassen auf eine Erstbesiedlung um diese Zeit schließen. Die altbaierische Endung "-ing" bedeutet soviel wie "Wohnstätte des ..." bzw. "bei den Leuten des ...", so dass der Dorfname mit "bei den Leuten des Penzo oder Panzo" übersetzt werden kann. Erste bekannte Erwähnung des Ortes ist um 740 nach Christus. Um diese Zeit trat der Graf Engildeo (aus dem Geschlecht der Huosi) in das von seinem Vater gegründete Kloster Benediktbeuern ein. Eine Seitenlinie der Huosi (diese nennt sich später Aribonen) ließ sich etwa zur selben Zeit im Gebiet um Freising, im Isen- und im Chiemgau nieder. So stellte das Geschlecht der Huosi ab ca. 764 für fast 120 Jahre (bis 883) den 4. bis 9. Bischof von Freising. Dies dürfte wohl auch ein Grund für die Verlagerung des ursprünglichen Herrschaftsgebiets (Lech, Ammersee, Glonn, Ilm Paar) in den Isen- und Chiemgau gewesen sein. Das Wort "Isengau" bedeutet dabei soviel wie "Eisengau", da dieses Gebiet reich an Eisenerz war. Mit der Ansiedlung im Isen- und Chiemgau erschien nun auch öfters der Name Penzo in diesem Teil Bayerns, während der Name Penzo im Stammland der Huosi (am Ammersee) nahezu verschwandt. So wurden nun z.B. im Isengau zwei weitere "Penzing"-Orte gegründet. |
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| 788 |
Das heutige Dorf Penzing (wenige Kilometer östlich von Wasserburg, an der Grenze des Isengaus zum Chiemgau) ist erstmals 1425 als "Pentzingen" erwähnt. In Quellen zur Wiener Stadtgeschichte geht man aber davon aus, dass der heutige Wiener Ortsteil Penzing bereits durch die Ostkolonialisierung Karl des Großen entstanden ist. Namensgebend für dieses Wiener Penzing war der Ort Penzing bei Wasserburg, da um Wien und St. Pölten sehr viele Ortsnamen (ca. 25) identisch sind mit solchen im Chiemgau und somit auf Chiemgauer Familien zurückgehen. Herzog Otakar (aus dem Geschlecht der Aribonen), der Gründer des Klosters Tegernsee, hatte seinen Stammsitz in Otterkring am Chiemsee (auch bei Wien gibt es z.B. ein Otterkring; Anm.). Er wurde von Karl dem Großen zur Sicherung der Ostmark (=Österreich; Anm.) als Regierungskommissar eingesetzt und errang 788 auf dem Ybbsfeld einen Sieg über die Awaren. Er war Inhaber der Grafschaft zwischen Enns und Wiener Wald. Um diese Zeit soll Penzing bei Wien vom Chiemgau aus gegründet worden sein. Vermutlich gehörten die Penz zu dieser Zeit zum Stande der "liberi". "Die "liberi" sind nicht Freie schlechthin, sondern in der Mehrzahl "Herzogsfreie": Wehr- und Rodungsbauern (vgl. Wien, Penzorte in Bayern und Österreich; Anm.), deren Freiheit darin bestand, dass sie dem Herzog direkt untertan waren (vgl. z.B. Pienzenauer). Sie saßen voll trotziger Abgeschiedenheit auf ihren Höfen (vgl. z.B. Reit im Winkl), gaben den Kreis der Umstehenden ab, wenn Gericht gehalten wurde (vgl. z.B. Reichenhall, Bozen), rückten ins Feld, wenn der Heerbann aufgehoben war. Wer einen Freien erschlug, mußte an dessen Sippe oder an den Herzog selbst 160 Goldschilling Wergeld zahlen (...)." |
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| 845 | Ein Penzo erscheint als Zeuge in einer Urkunde des Bistums Freising, in der ein Grundstück an den Bischof Erchanbertus von Freising (aus dem Geschlecht der Huosi) übergeben wird. Ausgestellt wurde diese Urkunde in Neuharting bei Dorfen (Isengau). Dieses Neuharting liegt ca. 11,5 km Luftlinie von Penzing, Gemeinde Lengdorf, Kreis Erding (ebenfalls im Isengau) entfernt. Der Weiler Penzing bei Lengdorf wurde erstmals 1255 als "Penzingen" erwähnt, 1267 als "Pentzing". Der Weilername geht ebenfalls zurück auf den Personennamen "Penzo". Das "Lengdorfer" Penzing liegt nur knappe 25 km Luftlinie vom "Wasserburger" Penzing entfernt. | ||||
| 970 | Nach bayerischen und österreichischen Quellen wurde der Wiener Ortsteil Penzing nach der Schlacht am Lechfeld (im Jahre 955, Rückeroberung dieses Gebiets) abermals von der Sippe eines Penzo aus dem Chiemgau ausgebaut. Das Wiener Penzing hatte unter den Wehrbauernsiedlungen die Sonderaufgabe, die Straße nach Süden und ihre Furt durch die Wien zu sichern. Nach der Schlacht am Lechfeld (955) verlagerten die Aribonen ihre Machtstellung vom Gebiet um Wien ins Inn- und Zillertal (eventuell wegen der umfangreichen Eisenvorkommen?). Neue Machthaber im Gebiet um Wien wurden die Sieghardinger (ihrerseits ebenfalls Nachkommen der Aribonen). In unmittelbarer Nähe (ca. 20 km) des Wiener Ortsteils befindet sich in der heutigen Gemeinde Sieghartskirchen (wohl ebenfalls eine spätere Gründung eines Mitglieds aus dem Geschlecht der Sieghartinger) noch ein weiterer Ort "Penzing". | ||||
| Grafgeschlechter der Sieghardinger/Sieghartinger/Sighardinger/Sighartinger und Spanheimer/Sponheimer (Kreise Rosenheim und Traunstein/beide Oberbayern) | |||||
| 995 | Chiemgaugraf Engelbert (aus dem Geschlecht der Sieghardinger und verheiratet mit Adala, Tochter von Pfalzgraf Aribo I. aus dem Geschlecht der Aribonen) ist Vogt des Bischofs Albuin von Brixen. Daher haben drei seiner Söhne in der Diözese Säben/Brixen ein gräfliches bzw. bischöfliches Amt inne. Wohl durch die Heirat des Chiemgaugrafen Engelbert mit Adala aus dem Geschlecht der Aribonen werden die Sieghardinger zur führenden Adelsfamilie im Chiemgau und lösten somit die Aribonen ab. Das Geschlecht der Aribonen starb schließlich 1102/1104 in männlicher Linie aus. | ||||
| 1010/20 | Graf Sieghard im Chiemgau (dessen Vater oder Onkel war der oben genannte Graf Engelberg) schenkte über seinen Vasallen Rihholf an das Kloster St. Emmeram zu Regensburg sein Eigen zu Esselberg bei Greding mit allen Leibeigenen. Abt im Kloster St. Emmeram war zu dieser Zeit ein Richolt (1006 - 1028). Während Richolts Amtszeit erscheint auch zweimal ein Penzo als Zeuge in der Urkunden des Klosters St. Emmeram. In früheren und späteren Epochen erscheint kein Penzo mehr. Ca. 8 km von Greding entfernt liegt das Schloss Hirschberg, Stammsitz der Grafen von Hirschberg. Eventuell steht dieser Rihholf in einer Verbindung zu dem "nobilis" Richolf von Nürnberg, der in der ersten Erwähnung Nürnbergs (1050) genannt wird, als seine Unfreie Sigena vom Kaiser Heinrich III. die Freiheit bekam. Spätere Stadthalter von Nürnberg waren die Herren von (Hilpolt-)Stein, in männlicher Linie Nachkommen der Grafen von Peilstein und somit aus dem Geschlecht Sieghardinger. Greding war zu dieser Zeit - wie Nürnberg - ein Königshof und wird 1064/65 im Verzeichnis der Königshöfe unter "curie de Bavaria" (den bayerischen (Königs-)Höfen) genannt. Bereits in der Urkunde von 845 (vgl. oben) erscheint als Zeuge neben einem Penzo auch ein Rihholf. | ||||
| 1022 - 1039 | Hartwig, der Sohn des Grafen Egelbert im Chiemgau ist Bischof in Brixen. Leider sind von ihm nur 8 Urkunden erhalten geblieben. Auffällig ist aber, dass in den Urkunden seiner Nachfolger bis 1140 der Name Penzo insgesamt 20 mal unter den Zeugen erscheint. Nach 1140 ist der Name Penzo nicht mehr verzeichnet. Vor dieser Zeit erscheint der Name eines Penzo nur zweimal in den Brixener Tradtionen: 985/95 im Zusammenhang mit der Stiftung eines Beneficium (=Lehen) in dem Gut Mauern (vgl. hierzu auch Grafen von Valley) bzw. 1002/04 als Vertreter der Grafschaft Norital, um die Grenze zur Grafschaft Pustertal festzulegen. Die Grenze verläuft nicht sehr weit von Mauern entfernt. | ||||
| ca. 1080 |
Bernhard, genannt Penzo, von Trixen wird als Sohn des Grafen Engelbert (I.) von Spanheim (Nachkommen der Sieghardinger) geboren. Sein Bruder Gebhard wurde Graf von Reichenhall. Um 1120 ist Reichenhall in Besitz des Grafen Berengar von Sulzbach, danach in Besitz der Grafen von Peilstein (ebenfalls in männlicher Linie Nachkommen des Engelbert (I.) von Spanheim). |
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| ca. 1085 | Im Jahre 1085 erwarben die Spanheimer von ihren Verwandten, dem Gaugrafengeschlecht der Sighardinger, das Gebiet um Reit im Winkl. Graf Engelbert von Spanheim (gest. 1096) teilte seine Besitz unter den Söhnen bzw. Enkeln. So bekam letztendlich der Sohn Ulrich I. Kärnten und der Enkel Rapoto I. den nieberbayerischen und später auch noch den oberbayerischen Familienbesitz (z.B. um Marquarstein und Reit im Winkl). | ||||
| 1095 | Auch geschichtlich ist Penzing im Landkreis Rosenheim mit den Grafen von Sulzbach verbunden: Adelheid von Sulzbach (Tochter des Grafen Gebhard I. von Sulzbach) heiratet um 1095 in zweiter Ehe den Grafen Arnulf von Dießen, Graf von Reichenhall. Sie wurde somit die Mutter des Grafen Dietrich II. von Wasserburg und - über ihren Sohn Gebhard von Dießen auch Ahnfrau der spätern Linie der Grafen von Wasserburg. | ||||
| 1163 | Dieser Graf Rapoto I. aus dem Geschlecht der "Spanheimer" (gestorben 1190) war der Erbauer des Schlosses Ortenberg/Ortenburg bei Passau. Rapoto I. nannte sich von nun an "von Ortenberg", bzw. "von Ortenburg". Verheiratet war er seit 1163 mit Elisabeth von Sulzbach, deren Schwester Sophia von Sulzbach die Ehefrau des Grafen Gerhard I. von Grögling-Dollnstein, dem Stammvater der Grafen von Hirschberg war. Somit waren die Grafen Rapoto I. von Ortenburg und Gerhard von Hirschberg verschwägert. Auch waren die Grafen von Sulzbach selbst sehr eng mit den Grafen von Hirschberg verwandt (laut Prof. Bosl sogar ein Geschlecht!). | ||||
| ca. 1250 | Eine männliche Linie der Grafen von Peilstein (aus dem Geschlecht der Sieghardinger) hat ihren neuen Sitz im heutigen Hilpoltstein. Diese Nachkommen nennen sich von nun an Herren von Stein. Noch heute ist das Stadtwappen von Freystadt (Kreis Neumarkt, Nachbarort von Hilpolstein und Greding) identisch mit dem Wappen der Chiemgaugrafen von Peilstein. | ||||
| Grafen von Falkenstein - Neuburg (bei Flintsbach a. Inn, Kreis Rosenheim/Oberbayern) | |||||
| 1040 | Die Penz (später Pienz) erschienen erstmals als Ministeriale der Grafen von Neuburg am Mangfall (später von Falkenstein-Neuburg, ebenfalls Nachkommen der Aribonen). Später nennt sich dieses Ministerialengeschlecht dann in Oberbayern Pienzenauer bzw. in Schwaben Benzenauer. Namensgebend war der Ort Pienzenau bei Miesbach (=Au eines Penzo; die Schreibweise mit "ie" hat sich - laut Dr. Reitzenstein von der LMU München - erst später entwickelt). Die Entfernung von Pienzenau nach Valley beträgt gerade einmal 9 km). | ||||
| 1150 - 1200 | Die Falkensteiner gelten aus Mitgründer von Reit im Winkl. Zur Geschichte der Penzmühle/Benzmühle von Reit im Winkl bitte hier klicken. Das zentrale Gebäude nördlich der Lofer in Reit im Winkl ist der Knogler (heute Rathaus). Vor diesem Gebäude endet die Haupteinfallsstraße von Kössen kommend. Das älteste Gebäude südlich der Lofer in Reit im Winkl dürfte die heutige Penzmühle/Benzmühle sein. Noch 1472 ist belegt, dass der Penz auf allen Anwesen südlich der Lofer "daurbar" Erbrecht hat. Somit dürften wohl die Knogler und Penz zu den Gründerfamilien Reit im Winkls gezählt haben. Beide Familiennamen erscheinen - zusammen mit drei weiteren Familiennamen - 1330 im ersten bekannten Urbar aus dieser Gegend. "Der Ort (Reit im Winkl; Anm.) liegt auf würmeiszeitlichen Schottern aus Lokal- und Fernmoränenmaterial. Merkmale des glazialen Ursprungs sind die beiden Drumlins (=Moränenhügel; Anm.) Knoglerleiten und Moserberg (=Besitz der Penz), beides Erhebungen, die durch Schurf- und Ablagerungsvorgänge (Exarationen) des Gletschers entstanden sind." Auch hier wieder frühzeitliche Hinweise auf die Familien Penz und Knogler. | ||||
| 1166 | Graf Sigiboto (IV.) von Falkenstein hat laut Passivlehensverzeichnis vierhundert Mansen (=Bauernhöfe) von Gebhard von Sulzbach als Lehen. | ||||
| 1196 | Graf Sigiboto (V.) von Falkenstein, Sohn des Grafen Sigibote (IV.), heiratete um 1196 die Adelheid von Valley, Tochter des Grafen Konrad von Valley. | ||||
| 1417 | Jörg von dem Thor stellt einen Revers aus, dass er den Grieshof, jetzt Pienzenauer Hof zu Obermais, bestandsweise verlassen hat. Heute befindet sich dort das Schloss Pienzenau. Diese von Thor saßen auch in Tiesens. | ||||
| Grafen von Trixen/Truchsee (Gemeinde Greinbach in der Steiermark) | |||||
| ca. 1080 |
Bernhard von Trixen wird als Sohn des Grafen Engelbert (I.) von Spanheim geboren. Sein Bruder Gebhard wurde Graf von Reichenhall. Um 1120 ist Reichenhall in Besitz des Grafen Berengar von Sulzbach, danach in Besitz der Grafen von Peilstein (ebenfalls in männlicher Linie Nachkommen des Engelbert (I.) von Spanheim). |
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| ca. 1120 | In der Regierungszeit des Bernhard von Trixen wird der Ort Penzendorf gegründet. Penzendorf ist die älteste Dorfgründung im Trixner Anteil des Salzburger Gutes an der Safen (auch teilweise Saifen geschrieben). Von den Trixnern kamen diese Güter an Kunigunde von Landsberg, die das halbe Dorf im Jahre 1286 an den Bischof Leopold von Seckau (gelegen in den steiermarkischen Tauern; heute heißt diese Diözese Graz-Seckau) verkaufte. Die Diözese Seckau wurde 1218 vom Bischof Eberhard II. von Salzburg gegründet, nachdem dieser zuvor (1215) die Diözese Chiemsee in Bayern errichtet hatte. | ||||
| 1145 | Bernhard von Trixen übergibt ein Gut zu Preitenbrunnen (wohl Breitbrunn am Chiemsee) an das Kloster Berchtesgaden. | ||||
| Graf Heinrich von Trixen war verheiratet mit Mathilde von Valley, Schwester des Grafen Konrad von Valley. | |||||
| Grafen von Valley (Kreis Miesbach/Oberbayern) | |||||
| 1111 | Graf Otto von Dachau und Valley, der Vater des Grafen Konrad von Valley und Großvater der Grafen Otto und Konrad von Valley stifte das Augustinerkloster Gries bei Bozen. 1166 erscheint dort in Gries ein Penzo im Zusammenhang mit Rodungsarbeiten. | ||||
| ca. 1150 |
Konrad von Valley, der Vater der Grafen Otto und Konrad von Valley war verheiratet mit Agnes von Morith-Greifenstein, Tochter des Arnold II. von Morith-Greifenstein. Arnold II. war ein Cousin zu Ulrich von Eppan und über seine Frau ebenfalls eng mit den Grafen von Eppan verwandt. Konrads Schwester Mathilde von Valley, Tante der Grafen Otto und Konrad von Valley, war verheiratet mit dem Grafen Arnold III. von Morit und Greifenstein. Valley liegt nur 9 km von Pienzenau entfernt. |
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| ca. 1150 | Adelheid von Valley, Tante der Grafen Otto und Konrad von Valley, war verheiratet mit Engelbert von Görz. | ||||
| 1172/80 |
Die Grafen Otto und Konrad von Valley (bei Miesbach) verpfänden ihren Besitz zu Bozen/Südtirol und eine Hufe in Mauern bei Steinach (zwischen Innsbruck und dem Brenner). Diese Hufe ist der heutige Penz-Hof. Bereits in der Urkunde von 1172-80 ist erwähnt, dass die Hufe in Besitz eines Penzo war. Dieser Penz könnte wohl einer der Stammväter der heutigen Penz im Raum Matrei-Navis sein. Eine Schwester der Grafen Otto und Konrad von Valley war verheiratet mit dem Grafen Heinrich von Trixen. Bereits 985/993 wird im Zusammenhang mit diesem Mauern ein Penzo genannt. Bischof Albuin von Brixen überlässt ein Beneficium (=Lehen) zu Mauern dem Edlen Diethoh. Als Zeuge erscheint u.a. ein Penzo. Vogt des Bischofs Albuin von Brixen ist zu dieser Zeit (995) der Chiemgaugraf Engelbert aus dem Geschlecht der Sieghardinger/Spanheimer. |
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| ca. 1170 | Die Ehefrau des Grafen Konrad von Valley war die Mathilde von Ortenburg, Schwester des Grafen Rapoto II. von Ortenburg (Mitgründer von Reit im Winkl). Zur Geschichte der Penzmühle/Benzmühle von Reit im Winkl bitte hier klicken. Die Tochter Adelheid aus der Ehe des Grafen Konrad mit Mathilde heiratete um 1196 den Grafen Sigiboto von Falkenstein. | ||||
| ca. 1200 | Die Grafen von Valley übergeben dem Kloster Tegernsee als Dank für einen Kelch Besitztümer in Bozen, die allgemein als "Albere" (=Schwarzpappel, der Gerichtsbaum vor der Pfarrkirche von Bozen) bezeichnet wurden, und die zur Zeit ein Penzo als Pfand inne hat. Dieser Penzo dürfte identisch sein mit dem Penzo von Mauern, da in der nächsten Zeile der Urkunde auch erwähnt wird, dass die Hufe in Mauern, die nun in den Händen des Adalberos von Starcholdeshouen ist, ebenfalls übergeben wird. Eventuell ist dieser Bozener Penzo (wohnhaft an der Gerichtspappel) auch identisch mit dem 1166 genannten Penzo, der im heutigen Bozener Ortsteil Gries rodete und das neue Land verwaltete. Dort im Gries entstand dann das sog. Landgericht. Auch in Reichenhall wurde der Gerichtsplatz "Penzingar" genannt. | ||||
| Grafen von Ortenburg (Kreis Passau/Niederbayern) | |||||
| ca. 1100 |
Ab ca. 1100 erscheint der Name Penzo auch öfters in den Traditionen des Bistums Passau. Da Ortenburg im heutigen Landkreis Passau liegt, müsste eine Beziehung der Bischöfe von Passau zu den Grafen von Ortenburg noch geklärt werden. So z.B. um 1130 als ein Hirzpurch (Hirschberg?) auf dem Altar des Heiligen Stephan eine gewisse Magd namens Dieza zum Bedürfnis der Brüder übergibt. |
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| ca. 1120 | Der Pfarrer Friedrich von Grassau siegelt öfters für das Geschlecht der Sponheim-Ortenburg. Die Kirche von Grassau war im Mittelalter der Grundherr der heutigen Penzmühle/Benzmühle in Reit im Winkl. Übrigens der einzige Besitz der Kirche von Grassau in Reit im Winkl. | ||||
| 1163 | Graf Rapoto I. von Ortenburg, aus dem Geschlecht der Spanheimer/Sieghartinger, heiratete Elisabeth von Sulzbach, Tochter des Grafen Gebhard von Sulzbach. Rapoto I. gilt auch als Mitbegründer von Reit im Winkl. | ||||
| ca. 1170 | Der Weiler "Penzing" (heute Gemeinde Aidenbach, Kreis Passau) wird das erste Mal erwähnt. In diesem Jahr erscheint ein "Kadalhohe de Penzingen" als Zeuge in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Aldersbach. Der Weilername geht auf den Personennamen "Penzo" zurück und soll vermutlich in der zweiten Besiedlungswelle (8./9. Jahrhundert) entstanden sein. | ||||
| 1188 | Graf Rapoto von Ortenburg wird - zusammen mit seinem Schwager Gebhard von Hirschberg - Erbe des Grafen Gebhard von Sulzbach. | ||||
| 1241 | Graf Heinrich von Ortenburg, der Bruder des Grafen Rapoto III. von Ortenburg, vermacht dem Kloster Aldersbach sein Gut in Liessing (Gemeinde Vilshofen, Kreis Passau) als Seelenheil, so dass seine Nachfolger und Werner von Penzing keine Ansprüche mehr haben. | ||||
| 1286 | Die Familien des Konrad de Pennzing und Heinrich in Pennzing erscheinen 1286 als Eigenleute des Grafen Rapoto IV. von Ortenburg (Sulzbacher Linie, Neffe des Rapoto III.). | ||||
| In der "Sulzbacher Linie" der Ortenburger (Heinrich von Ortenburg, Bruder des Rapotos I., wurde Erbe der Grafen von Sulzbach) reichte der Lehensbesitz bis in die heutige Gemeinde Berching. Der Enkel Graf Rapoto III. von Ortenburg war der letzter Besitzer von Reit im Winkl, ehe es wittelsbachisch wurde. | |||||
| Grafen von Sulzbach (Kreis Amberg-Sulzbach/Oberpfalz) | |||||
| ca. 1110 | Graf Siegfried, der Enkel Engelbert II. aus dem Geschlecht der Sieghartinger, heiratete um 1100 die reiche Erbtochter Uta, Tochter des Burggrafen Ulrich von Passau und der Adelheid, letztere Erbin von Marquartstein. Stiefvater der Uta von Passau war ab ca. 1100 der Graf Berengar von Sulzbach, in dessen Machtbereich ab diesem Zeitpunkt die Penz auch gehäuft erscheinen. | ||||
| ca. 1110 | Graf Berengar von Sulzbach gründet das Kloster Baumburg im Chiemgau und Berchtesgaden. Das Stift Berchtesgaden hatte (seit ca. 1130 bis 1411) Besitz in ca. 20 bis 25 Orten im Raum Greding/Thalmässing, der vom Propsteiamt Kleinhöbing verwaltet wurde. So werden z.B. 1130 Güter in Esselberg bei Greding und Großnottersdorf bei Titting an die Probstei in Berchtesgaden übergeben. Ca. 8 km von Greding entfernt liegt das Schloss Hirschberg, Stammsitz der Grafen von Hirschberg. | ||||
| 1119 | Der Weiler Penzenreuth (heute Gemeinde Pegnitz, Kreis Bayreuth liegt nur ca. 1 km von der Grenze zur Oberpfalz entfernt und gehörte früher zum Besitzgebiet der Wittelsbacher. Vermutet wird, dass ein 1116 genannter Dienst- und Lehensmann des Grafen Otto von Bayern (aus dem Geschlecht der Wittelsbacher) den Weiler gegründet hat. Dieser Dienst- und Lehensmann ist in den Urkunden als "Benzo (zu Reisach)" genannt und lebte in Reisach, ca. 1,5 km von Penzenreuth entfernt. Nach den bisherigen Forschungen, glaube ich allerdings, dass dieser Benzo wahrscheinlicher zum Umfeld der Grafen von Sulzbach, als zum Umfeld des Grafen Otto von Wittelsbach gehört hat, da bei den Wittelsbachern der Name "Penzo" bis jetzt gänzlich unbekannt ist, während er bei den Sulzbachern gehäuft vorkommt. 1119 stiftete Bischof Otto vom Bamberg auf Wunsch und Antrag des Grafen Berengar von Sulzbach ein neues Kloster zu Michelfeld. In der Stiftungsurkunde von 1119 ist auch erwähnt, dass "Penzenruit mit Risahae (=Penzenreuth mit Reisach)" nun Besitz des Klosters sei. Dieses Kloster Michelfeld war eng mit dem Kloster Weißenohe verbunden (vgl. 1195). | ||||
| 1163 | Elisabeth von Sulzbach heiratete den Grafen Rapoto I. von Ortenburg, ihre Schwester Sophie war mit dem Grafen Gebhard von Hirschberg verheiratet. | ||||
| 1166 | Gebhard von Sulzbach hat laut Passivlehensverzeichnis vierhundert Mansen (=Bauernhöfe) als Lehen an Graf Sigiboto (IV.) von Falkenstein übertragen. | ||||
| 1188 | Mit dem Tod Gebhards von Sulzbach stirb dieses Grafengeschlecht aus. Erben werden die beiden Schwiegersöhne Gebhard von Hirschberg und Rapoto von Ortenburg. | ||||
| 1195 | Benzendorf (Gemeinde Eckental, Kreis Erlangen-Höchstatt) wird im Verzeichnis des Klosters Weißenohe genannt. Dieses Kloster Weißenohe wurde der Legende nach (im Jahre 1053) von den Grafen von Hirschberg gestiftet. Laut Stiftungsurkunde erfolgte die Gründung - wohl im Jahre 1053 - als Eigenkloster des bayerischen Pfalzgrafen Aribo/Eribo (wohl aus dem Geschlecht der Aribonen). Nach dem Tod Aribos im Jahre 1102 gingen seine Güter später größtenteils an das Kloster Michelfeld über (vgl. 1119), dessen Vogt Berengar von Sulzbach war. | ||||
| ca. 1215 | Der Platz des "Schöpfgalgens" bei Bad Reichenhall im Berchtesgadener Land wird laut den Einkünften des Klosters Neustift bei Freising "Penzingar" genannt. Das Gebiet um Reichenhall war im 12. Jahrhundert im Besitz der Grafen von Sulzbach (dort genannt als "Halla") bzw. ab 1161 im Besitz des Grafen Dietrich von Peilstein, Sohn des Grafen Hallgrafen Engelbert aus dem Geschlecht der Sieghardinger/Sieghartinger. | ||||
| 1326 | Der abgegangene Weiler Penzendorf oder Penzenhof, südöstlich von Schöpfendorf (heute Gemeinde Illschwang, 7 km südlich von Sulzbach), wird das erste Mal erwähnt. Die für Schöpfendorf zuständige Pfarrkirche in Illschwang soll etwa um 1080 als Eigenkirche der Grafen von Sulzbach errichtet worden sein. | ||||
| 1366 | Der Weiler Penzenhof (heute Gemeinde Etzelwang bei Sulzbach) wird erstmals zwischen 1366 und 1368 als "Ober Pentzenhofe" bzw. "Nidern Pentzenhofe" erwähnt. Wegen der geographischen Nähe zu Sulzbach dürfte Penzenhof ebenfalls im Machtbereich der Grafen von Sulzbach (später Hirschberg) gelegen sein. | ||||
| o.A. | Johann von Sulzbach war Domdechant und Pfarrer von Tisens/Südtirol | ||||
| Grafen von Hirschberg (bei Beilngries, Kreis Eichstätt/Oberbayern) | |||||
| 1188 | Graf Gebhard von Hirschberg wird - zusammen mit seinem Schwager Rapoto von Ortenburg - Erbe des Grafen Gebhard von Sulzbach. | ||||
| ca. 1250 | Ein Benz soll Dienstmann der Grafen von Hirschberg gewesen sein. | ||||
| ca. 1250 | Heinrich von Stein, in männlicher Linie ein Nachkommer der Grafen von Peilstein, somit aus dem Geschlecht der Sieghardinger, läßt sich im Gebiet der Grafen von Hirschberg nieder. Seine Nachkommen nennen sich über Generationen Hilpolt von Stein, auf sie geht auch der Ortsname Hilpoltstein zurück. Noch heute führt die Stadt Freystadt (Kreis Neumark), Nachbarort zu Hilpoltstein und Greding, als Stadtwappen das Wappen der Chiemgaugrafen von Peilstein, die einen ihrer Stammsitze in Bad Reichenhall hatten. Eventuell durch diese Beziehungen bzw. durch die Grafen von Hirschberg als Erben der Grafen von Sulzbach kamen ca. 20 bis 25 Höfe im Raum Greding/Thalmässing an das Kloster Berchtesgaden. So werden z.B. 1130 Güter in Esselberg bei Greding und Großnottersdorf bei Titting an die Probstei in Berchtesgaden übergeben. | ||||
| Grafen von Eppan (bei Bozen/Südtirol) | |||||
| 1231 | Penzo erscheint in Tisens/Südtirol als adeliger Gefolgsmann der Grafen von Eppan (verwandt zu den Grafen von Valley). Zuvor, am 1. Januar 1231 (laut Staatsarchiv Wien: am 5. Januar 1231) verkaufte Graf Ulrich von Ulten, Sohn des Grafen Egino von Eppan, dem Bischof Gerard von Trient seine Rechte an adeligen und niedrigen Dienstmannen sowie an Landgütern im Etschland und am Nonsberg. Hier erscheinen u.a. als Zeugen Ebrardum de Tisene, filios Penzonis de Tisinis, Ottenem de Tisen. Eine Tochter dieses Grafen Ulrich von Ulten, Irmgard von Ulten und Ronsberg, heiratete um 1217 den Grafen Hermann von Württemberg. Durch diese Verbindung könnten die Benz eventuell auch nach Baden-Württemberg gekommen sein. Auch stammte die Schwiegermutter des Grafen Ulrich von Ulten, Herzogin Agnes von Zähringen, aus dem Geschlecht der Herzöge von Zähringen bei Freiburg. Durch das Herzogsgeschlecht der Zähringer soll sich der Name "Benz" in Baden verbreitet haben. Ein Sohn der Irmgard von Ulten war Ulrich von Ulten, der, als der 1248 starb, seinen Tiroler Güter Graf Gebhard von Hirschberg vermachte. Auffällig ist auch, dass die Mutter Mathilde des Grafen Gebhard VI. von Hirschberg (Erbe der Herzöge von Andechs und des Grafen Albert von Tirol) auch aus dem Geschlecht der Grafen von Württemberger stammte. 1079 erfolgte bereits eine Hochzeit des Grafen Ernst I. von Grögling und Ortenburg (männlicher Stammvater der Grafen von Hirschberg) mit Luitgart von Zähringen. | ||||
| 1237 | Pencius (lateinische Form zu Penzo, deshalb wohl identisch mit dem obigen Penzo) erscheint als Bewohner (Vertreters) von Tisens. | ||||
| 1253 | Graf Gebhard von Hirschberg schenkt (zusammen mit seinem Schwager Graf Meinhard von Görz-Tirol) dem Deutschen Orden zwei Höfe in Runschile (Ort noch nicht gefunden) und einen Hof, den sog. Stuthof, in Vilpian (ca. 5 km Luftlinie von Tisens entfernt). Vilpian gehörte bis zum Beginn des 13. Jahrhunderts zur Urpfarrei Tisens. | ||||
| o.A. | Ein Johann von Sulzbach war Domdechant und Pfarrer von Tisens | ||||
| 1275/85 | Perhtoldus Penzo (=Berthold Penz; erstmals ein Vor- und Zuname!) erscheint in einer Urkunde als Zeuge, in der ein Chunrad Swevus der Kirche von Brixen den Heinrich Laibeniht überlässt. Dieser Perhtoldus Penzo ist augenblicklich der erste bekannte Träger des Familiennamens Penz/Benz. 1332 erscheint dann in den Traditionen des Hochstifts Brixen abermals ein Berhtoldus Penz. | ||||
| 1417 | Jörg von dem Thor stellt einen Revers aus, dass er den Grieshof, jetzt Pienzenauer Hof zu Obermais, bestandsweise verlassen hat. Heute befindet sich dort das Schloss Pienzenau. Diese von Thor saßen auch in Tiesens. | ||||
| 1466 | Johann und Stefan Penz aus Penzberg übernahmen zwei Höfe und die Weingüter ihres Vaters Georg Penz "de Pensberg de partibus Bavariae" in Persan (ital. Pressano) - nördlich von Trient im Etschtal. Diese Höfe gehörten zum nahen Kloster St. Michael im Etschtal, das vom Grafen Ulrich von Eppan (Urgroßvater des obigen Ulrich von Eppan) gegründet wurde. | ||||