Wappen von Tirol

Meine Forschungsschwerpunkte in Tirol sind das Zillertals, das Inntal und das Wipptal. Von dort scheinen ab 1250 einige Familien in die ehemalige Grafschaft Hirschberg (Schloss Hirschberg gehört heute zur Stadt Beilngries, Kreis Eichstätt, nördlichste Stadt Oberbayerns) ausgewandert zu sein. Besonders in den ehemals hirschbergischen Nachbarorten Beilngries (heute Kreis Eichstätt/Oberbayern), Berching (heute Kreis Neumarkt/Oberpfalz) und Greding (heute Kreis Roth/Mittelfranken) findet man einige Familiennamen, die bereits um 1250 in Tirol bezeugt sind.

Graf Gebhard VI. von Hirschberg (sein Schloss existiert noch und liegt auf dem Weg von Beilngries nach Greding) heiratete in erster Ehe 1249 die Elisabeth von Tirol, Tochter des Grafen Albert von Tirol und Witwe des Herzogs Otto aus dem Geschlecht derer "von Andechs-Meranien".

Mit Herzog Otto von Andechs, dem Gründer von Innsbruck, starb das Geschlecht der Grafen von Andechs im Jahre 1248 aus. Durch die Heirat mit der Witwe des letzten "Andechsers" erwarb Graf Gebhard von Hirschberg große Gebiete im Ziller-, Wipp- und Inntal. So gehörte ihm zwischen 1248 und 1282 u.a. die Ortschaft Uderns im Zillertal. 1254 erbte Graf Gebhard von Hirschberg von seinem Schwiegervater Graf Albert von Tirol - zusammen mit seinem Schwager Meinhard von Görz (später Meinhard I. von Tirol), der auch mit einer Tochter des Albert von Tirol verheiratet war, die Grafschaft Tirol (zu der neuen Grenze: siehe unter Südtirol). Elisabeth von Tirol, Ehefrau des Grafen Gebhard von Hirschberg, starb vor dem 12. August 1256.

In zweiter Ehe heiratete Gebhard von Hirschberg 1258 Sophia von Baiern, Tochter des Herzogs Otto II. von Baiern. 1267 wurde Graf Gebhard VI. von Hirschberg Domvogt von Brixen; zuvor war er bereits Domvogt von Eichstätt. Sophia von Baiern, seine zweite Frau, starb als Witwe am 8. oder 9. August 1289. Graf Gebhard von Hirschberg selbst starb 14 Jahre vor ihr, am 27. Februar 1275. Sein Sohn Gebhard VII. gab um 1284 - da er kinderlos blieb - die Tiroler Besitzungen wieder an seinen Cousin Meinhard II. von Tirol (Sohn des Meinhard I. von Tirol) zurück.

Durch den Besitz der Hirschberger in Tirol dürften somit einige Tiroler Familien (Penz, Hofer, Schneeberger usw.) - z.B. aus Raum Uderns/Zillertal - nach Bayern in das Gebiet um Eichstätt (Beilngries/Berching/Greding) ausgewandert sein.

Falls jemand Hinweise zu den Besitzungen der Grafen von Hirschberg in Tirol hat, wäre ich um eine kurze Mitteilung sehr dankbar.

Die in Tirol (besonders im Zillertal, Inntal und Gebiet um Kössen) gesuchten Namen sind:

Besonders interessieren mich natürlich alle Namensvorkommen Penz/Benz.

Aigner/Aichner, Appel, Baumann/Paumann, Bertzl, Eder, Fröhlich, Guggemos/Guggenmos, Haidacher, Hofer, Hupfauf, Kandler, Kapeller, Kerling/Kärling, Lindl/Lidl, Penz/Benz, von Rudolfstat/Ruedolffer/Ruedorfern/Ruedorfer, Schauer, Schneeberger, Schneider, Schöpf/Schöpfl, Zeller, Zettl
Wappen von Südtirol

In Südtirolgilt mein Interesse ebenfalls den ehemaligen Besitzungen der Grafen von Hirschberg bzw. den in diesem Umfeld genannten Familien.

1253 schenkten die Grafen Meinhard von Tirol und Gebhard von Hirschberg dem Deutschen Orden zwei Höfe in Runschile (Ort noch nicht gefunden) und einen Hof, den sog. Stuthof, in Vilpian (ca. 5 km Luftlinie von Tisens entfernt). Ein Jahr nach der Schenkung (am 10. November 1254) erscheinen Meinhard III. von Görz (=Meinhard I. von Tirol; Urgroßvater der Gräfin Margarethe Maultasch von Tirol) und Gebhard von Hirschberg in einer Urkunde, um sich als Erben ihres Schwiegervaters, des Grafen Albert von Tirol, dessen Landesherrschaft zu teilen. Als einer der Grenzpunkte der beiden neuen Gebiete wurde die "Holtzprukke vulgariter nunvapatur" (heute Peisserbrücke) über die Eisack bei Oberau (nahe Franzensbad) genannt. Meinhard von Görz erhielt das Gebiet südlich der Holzbrücke, Graf Gebhard von Hirschberg das Gebiet nördlich der Holzbrücke. Graf Gebhard von Hirschberg scheint also ab diesem Zeitpunkt - neben Gebieten in Südtirol - auch viele Besitztümer in Nordtirol besessen zu haben. Um 1280 (andere Quellen nennen das Jahr 1282 bzw. 1284) erwarb Graf Meinhard II. von Tirol von seinem Cousin Graf Gebhard VII. von Hirschberg" das Gericht Sterzing bis zum Brenner, sowie das Inntal nördlich davon". Die Grafen Gebhard von Hirschberg und Meinhard von Tirol waren sowohl über die Grafen von Tirol (vgl. oben) als auch über die Herzöge von Baiern (Wittelsbacher) miteinander verwandt. Die zweite Frau des Grafen Gebhard IV. von Hirschberg (oo 1258) war Sophia von Baiern, deren Schwester Elisabeth von Baiern war in zweiter Ehe (1259) mit Meinhard II. von Tirol verheiratet.

Falls jemand Hinweise zu den Besitzungen der Grafen von Hirschberg in Südtirol hat, wäre ich um eine kurze Mitteilung sehr dankbar.

 

Die in Südtirol (besonders im Wipptal, Sarntal, Etschtal zwischen Bozen und Meran) gesuchten Namen sind:

Besonders interessieren mich natürlich alle Namensvorkommen Penz/Benz.

Aigner/Aichner, Bauer/Paur, Baumann/Paumann, Betz/Petz, Bertzl, Brand, Brigl/Prigel/Prügl, Brunner, Eder, Ernst, Faber, Fiegl, Forster, Frank, Fröhlich, Geyer, Groner/Gronner, Jobst, Kandler, Kerling/Kärling, Kornprobst, Leitner, Lindl/Lidl, Lippert, Penz/Benz, Pfleger, Popp, Ratich, Ruepp, Schauer, Schöpf/Schöpfl, Schüttler/Schidler, Walter/Walther, Weinmayr, Zettl, Zwick
     

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